*** Sinnige und unsinnige Verse, Schüttelreime ***
*** Gedichte und gereimter Blödsinn ***  
von und für Jederfrau und Jedermann


Auf dieser privaten Seite soll fröhlich Gereimtes den Leser erfreuen.
Hier dürfen sich Dichter und Denker mit selbst verfassten Wortspielereien
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Walter Rupp
Jahnstraße 32d
67227 Frankenthal-Flomersheim

email: wann-allminanner-wollen@ich-will-net.de

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Viel Vergnügen beim Lesen wünscht Walter Rupp


Autor: Walter Rupp, Jahnstraße 32d, 67227 Frankenthal

Pfälzer Elwedritschen

In früher Zeit - es war Tertiär -
gab es der Elwedritschen mehr.
Sie konnten sich dort frei bewegen
und fröhlich ihre Eier legen.
Die kollegialen "Ur-Genossen"
warn auf Dritschen nicht verschossen.
Doch kaum war unser Land enteist,
wurden massig sie verspeist,
von Menschen, die sich Jäger nannten
und nicht den Wert der Dritschen kannten.
Sie kauten, ohne sie zu kochen,
genüßlich ihre Dritschenknochen.
Nächtens - vollgefüllt mit Wein -
drangen sie in Wälder ein,
die der Dritschen Zufluchtsort
und trieben diese weiter fort.
Sie flüchteten in Rebanlagen,
wo sie an den Trauben nagen
und dort, ohne sich zu zieren,
die Erntemenge dezimieren.
In ein paar Jahren wird der Wein
nur noch mit Gold zu zahlen sein.
Langsam kommt es mir so vor,
die Jagd, das war ein Eigentor,
ist diese Dritschen-Trauben-Kur
die späte Rache der Natur.

Die Rheinfähre
Hin und her schippert die Fähre, manchmal voll und manchmal leer
und ich denk, wie das wohl wäre, wenn hier gar kein Wasser wär:
Immerzu an allen Tagen müsste man die Fähre tragen.
Die Tat des Inders
Was der Inder tat, war in der Tat eine Indertat.
Am Rhein
Ich wandre hier am Rheinlauf den alten Pfad vom Lein rauf.
Weil ich dabei viel Wein sauf, ich schnurstracks in den Rhein lauf.
Kochkunst
Wir sitzen hier im Wintergarten, wo wir auf unsre Kinder warten.
Ich streichel ihr den Hinterzarten und sie kocht mir 2 Rinderschwarten
- die gibt sie in den Sauerbraten - dazu gibt´s reichlich Brauersaaten.
Plastik
Über fahlen Kunststoffrasen hoppeln schmale Kunststoffhasen.
Dem Dichter dazu einfällt: Denaturierte Scheinwelt.
Die Schnecke
Die Schnecke an der Mauer kauert, ein welkes Blatt am Baume baumelt.
Indes ein Igel unten lauert, greift Schnecklein nach dem Blatt und taumelt
- und fällt herab mit Mann und Maus.... und was lernen wir daraus?
Greifst du gierig nach Verdorrtem, bist du selber bald post mortem.
Liebe ist:
Ihr morgends zärtlich die Wangen zu streicheln -
und tagsüber auch mal die Backen.
Der Krokus
Im Gartencenter auf dem Lokus sitzt ein nachdenklicher Krokus.
"Welche Art von Anverwandte ist wohl die Tochter meiner Tante?"
Da erhellt sich seine Miene - "Ei, das ist die Krokusine!"
Das Viadukt
Wer unterm Viadukt sich nicht richtig duckt, den es stark durchzuckt!

Damenclub
Bienenstich und Schokobomben, Linzer Torte für die Plomben,
alles was das Herz begehrt, wird mit Leidenschaft verzehrt.
Schmiedeeisernes Gestühl ächzet unter schwerer Bürde,
der Ober kämpft sich durch´s Gewühl - jede Dame eine Hürde.
Fette Hintern/Oberweiten in den drallen Miedern strotzen,
manche Kuh würd´sie beneiden - nur nicht kleckern, lieber klotzen.
Jetzt noch schnell ein Eis für Jedes, dann reicht´s, wir haben Diabetes.
Kaffeegenuss
Drink ich Kaffeeee in Österreich, denk ich an den Röster gleich.
Weihnachtsschmaus
In einem weihnachtlichen Fladen leben fröhlich fette Maden.
Was uns wiederum beweist, warum das Ding Lebkuchen heißt.
Logik
Ragt ein Stück Land ins Meer galant, wird es Landzunge genannt.
Folglich Seezunge man sagt, wenn das Meer ins Land sich wagt.
Erfolg und Misserfolg
Wenn ein Reim dem Volk gefällt, bekommt der Dichter Versengeld.
Liegt er aber sehr daneben, muss wohl Fersengeld er geben.
Der Ungar
Hat der alte Ungar mal keine Lust zum Kochen,
nagt sein Fleisch er ungar bis auf die kalten Knochen.
Alles Sirup oder was ?
Verrührt man viele Ahornsirupe bekommt man feine Ahornrührsuppe.
Gesucht:
Wo ist denn bloß der Hausmeister?
Er schippert auf der Mosel!
Karl-Friedensreich von Maus heißt er,
und seine Frau heißt Rosel.
Wohl behütet
Der Mann da mit dem Turban, das ist ein Beduine - und die Frau daneben, das ist seine Turbine.
Ritterlich
Ein Ritter in der Reckenhose
will die Prinzesin küssen.
Doch vorher wird die Heckenrose
ihn kräftig stechen müssen.
Logisch
Eine wilde Herde Pferde nennt man ein Pferdeherde.
Transpiration
Beim Klettern in der Steiermark, da schwitzt der fette Meier stark.

Bloß kä Angscht hawwe

Schdoggdunkler Wald -
raaweschwarzie Nacht.
Unner de Fieß krachen abgschdorwene Äscht,
därre Blädder rascheln bei jedem Schritt -
moi Herz rast wie wild -
in moine Ohre rauscht´s Bluud.
Schnell nunner uff die Knie -
im Gebisch verschdeggelt -
sischer iss sischer.
“Jetzt bloß nit ufffalle - jo nit entdeckt wärre -
ganz ruisch bleiwe - immer an Kaffee unn Kuche denke”.
E Kaitzel greischt ganz firschderlisch -
dess fahrt ähm durch Mark unn Bää -
dess schniert ähm grad die Kehl zu.
Vielleischt e gehoimes Zeische vumm Foind !
Vunn de Kammerade iss nix zu heere,
awwer sie sinn do - dess schbiert isch.
S´iss nit´s erschde Mool,
dass merr in so´re Siduazion sinn -
uff so´re schwierische Mission,
e handvoll furchtlose Männer - unn isch -
meer allä gäge die ganz Welt.
Mancher iss schunn uff de Schdreck gebliwwe,
awwer´s hilft nix - do miss´merr jetzt dursch -
do gibt´s kä Zurigg -
zusamme simmer schdark.
Gedanke schießen durch de Kopp -
greiz unn quer.
“Dess war´s aller ledschde Mool
nie mä loss isch misch uff sowass oi”.
Enn grelle Lischtschdrahl beitscht durch die Nacht -
de Truppfiehrer greischt: “Attacke”
Alle Kamerade blärren wild durchenanner,
globben wie verriggt uff die Hecke -
rennen schoinbar ziellos in die Nacht.
Ich will ah greische, laut unn befreiend -
awwer isch grieh känn Ton raus.
Mit ähm Schlaag iss alles widder ruisch -
-- muggs-maisel-schdill.
moi Herz globbt noch wilder -
moi Schlääfe pochen.
Bletzlisch ruft Ähner: “ Widder nix - merr gehen hääm! ”
“Schaad ferr die ganz Uffregung” - denk isch ferr misch.
....... Awwer gloor isse doch immer widder -
so e Elwedritsche-Jacht.



Auszüge aus dem illustrierten Gedichtband: "Riminiszenzen"
novum-Verlag, Wien 2008, ISBN 978-3-85022-279-2
- mit freundlicher Genehmigung des Autors


1. Ozeanologischer Imperativ
Wie Wogen sich zum Strande drängen und nicht ans Ufer taumeln,
soll Schönheit sprießen, soll nicht hängen, soll wogen und nicht baumeln.

2. Zeitgerecht
Ein Mädchen auf der Wissenstour stibitzte Vaters Armbanduhr
um diese unter leichtem Schwenken ins Wogenbad hineinzusenken.
Ihr schien der Tauchgang zu gefallen. Sodann, mit ein paar Salzkristallen,
gab sie das Kleinod ihm zurück, ein Lächeln hissend: "Schau das Stück
ist heute eine Taucheruhr". Der Papi stöhnt: "Was tut sie nur?"
Die Kleine reffte nun ihr Lachen: "Soll ich dir eine Sanduhr machen?"
3. Aufklärung
Es meinte zum Frisörgesellen das aufgeweckte Kind,
dass in der See die Wasserwellen - auch Dauerwellen sind.
4. Aufregung
Sag, was fällt ihm da nur ein? Will er was verstecken?
Unerhört! Nein, so ein Schwein! Was will er bezwecken?
Eine ausgesprochne Schand, eine bodenlose,
wandelt am Nudistenstrand in der Badehose.
5. Beachvolleyball
Gespanntes Netz, gespannter Sinn. Der bunte Ball froscht her und hin.
Beherzter Kampf, doch nie ein Foul, nur hin und wieder Sand im Maul.
6. Schriftlich
Er hatte in den Sand geschrieben: ICH WERDE LAURA EWIG LIEBEN.
Dann eilt er, sich zu ihr zu neigen: "Du, komm, ich muss dir etwas zeigen".
Inzwischen lief ein Kinderheer an jener Stelle in das Meer.
So stand am Saum die junge Frau und las nur sehr betreten: AU.

Ist ja wirklich geil! Nimm hastig,
ein paar Stunden Heilgymnastik !


Autor: Thomas Griesbeck, 67227 Frankenthal
Auszüge aus dem Gedichtband: "Blödsinn" - Books on Demand, ISBN 978-3-8370-8636-2
http://bloedsinn.jimdo.com - mit freundlicher Genehmigung des Autors

Kleine Wahrheit
Der Vorteil an der Idiotie
Der Schwachkopf selbst bemerkt sie nie,
Drum ist in seiner eignen Welt
So mancher Depp ein großer Held...
Der Berg
Versonnen blickt ich einst zu Tal
Reflektierte die durchlebte Qual
Gedachte dem der mir empfahl
Der Aussicht wegen hochzusteigen
In Kauf zu nehmen Körpers Leiden
Für diesen wundervollen Blick
Der jedes Herz erfüllt mit Glück
So stand ich da in aller Ruh
Und rief dem Echo schallend zu:
Wenn man nur einmal vorher wüsst,
Wanns auf dem scheiss Berg neblig ist!
Der Globus
Bin ein schnöder Zeitgenosse,
Reis zu Fuß statt hoch zu Rosse,
Tue täglich meine Pflicht,
Volk und Schlösschen hab ich nicht.
Doch daheim auf meinem Lokus,
Steht ein riesengroßer Globus
Und wenn ich dann nach Ruhme dürste,
Niemand soll dies je erfahrn,
Wird zum Zepter meine Bürste
Und die Welt mir Untertan.
Der Räuber
Das Motiv war die Liebe,
Das Delikt dreister Klau,
Der Täter ein Diebe,
Die Tatwaffe blau.
Das Opfer ein leichtes,
Die Beute ihr Herz,
Das Urteil ein Freispruch
Und niemanden störts.
Denn wär das beschriebne
Ein Straftatbestand,
Dann gäbs nur Verbrecher
In unserem Land.


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